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Was ist Geschichte?

Ist es das, woran wir uns erinnern oder ist es das, was wir leben und geben?

"Die Dörfer liegen dort unten wie auf einem Jahrmarktstisch. Dort erhebt sich der Königstein und der Lilienstein hoch in den Wolkennebel hinein; aber sieh dieser zerteilt sich! Sonnenstrahlen fallen auf den Pfaffenstein und die Kuppelberge! Der ganze Wolkenvorhang hebt sich, und in der blauen Ferne siehst du die böhmischen Rosenberge ... ." Hans-Christian Andersen

In diesem landschaftlichen Zauber liegt ein Ort der Begegnung, die Familienferienstätte Sankt Ursula Naundorf. Geboren nach den Wirren der Weltkriege. Behauptet in der Zeit der Spaltung des Landes. Bestanden in einer tiefer liegenden Tradition. Sinn und Handeln verankern sich in der christlichen Nächstenliebe, der Notfürsorge, der Caritas. Seit über 75 Jahren.

es beginnt 1951

Die Caritas übernimmt 1951 das Landhaus mit großem Gelände vom Bistum Dresden Meißen. Am 18. Januar 1955 wird es unter die Leitung der Schönstätter Marienschwestern gestellt. Das Säkularinstitut gründet sich 30 Jahre zuvor unter Pater Josef Kentenich in Schönstatt, Deutschland. Es ist Teil des internationalen Schönstattwerkes als marianisch apostolische Erneuerungsbewegung der Katholischen Kirche. Sankt Ursula Naundorf nimmt Gestalt an.

1958

Dem Richtfest folgt die Einweihung des neuen Hauses. Aus einem Waldpavillion wird mit der ersten Oberin, Schwester M. Engelfriede, eine Kapelle errichtet. Generationen von Besuchern bezeichnen diese als Gnaden- und Segensstätte. Vor allem Wallfahrer der Schönstattbewegung pilgern nach Naundorf. Der Kreuzweg wird von Bischof Otto Spülbeck eingeweiht und durch den Naundorfer Impressionisten Robert Herrmann Sterl entworfen. Sein Wohnhaus und Atelier befinden sich unweit entfernt.

ab 1963

Ab 1963 finden Erholungsferien für chronisch Kranke statt. Es folgen Kurse für Körperbehinderte in Zusammenarbeit mit der Behindertenseelsorge des Bistums. Angebotene Geschichtskurse entwickeln sich zur Bildungsinsel und zu einem Format, in dem die freie Rede und das freie Denken in der DDR möglich sind. Christliches Leben wird hier zu einem Hort des Zusammenhalts in Zeiten des gesellschaftlichen Schweigens und Denunzierens.

ab 1970

Seit 1959 besuchen Mädchen in der kirchlichen Ausbildung zur Kindergärtnerin die einjährige Aspirantur in Sankt Ursula Naundorf. Ab 1970 wird dieses zum 1. Ausbildungsjahr für Erzieherinnen. Während vormittags Fächer im Bereich Hauswirtschaft erlernt werden, kommen nachmittags Lehrerinnen aus Dresden und Leipzig um Fachunterricht in Kinderliteratur, Psychologie, Gesundheitslehre und weitere anzubieten. 

Es folgen Angebote für junge Frauen, Seminare für Ehepaare, Familien, Mütter und Freizeiten, Großelterntage mit Enkeln und Freizeiten für Senioren. 

die Liebe

"Die Liebe Christi drängt uns ..." entnehmen wir einer Broschüre. Dieser Liebe versuchen die Marienschwestern jedem Tag ein Gesicht zu geben, ihr Gesicht. Bunt, abwechslungsreich und kreativ im christlichen Miteinander entsteht der Wunsch, allen Menschen die Tür zu öffnen und das Miteinander zu fördern, die Familie zu stärken, jungen Frauen Sicherheit in ihrem Werden zu vermitteln und der Menschheit in Liebe zu dienen.

2002

Die Flut. Ein Schicksal für das ganze Land. Dem Hilferuf folgt Sankt Ursula Naundorf. Not wird erkannt und es wird gehandelt. Menschen aus der Seniorenresidenz Pirna erhalten Notunterkünfte. Freie Betten werden weiteren Opfern der Katastrophe gestellt. Das Team des Hauses arbeitet unermüdlich und setzt sich Tag und Nacht ein. Kapazitäten werden ausgeschöpft und Notlager errichtet.

Geduld wird zu einer Tugend in den seelischen und körperlichen Schmerzen der Notleidenden. So entfalten sich auch Gesang und Gebet. Diese Gemeinschaft erzeugt Zuversicht.

2004

2004 beginnen die Umbaumaßnahmen in Sanierung und Neubau bei laufendem Betrieb. Das Konzept des Hauses öffnet sich von der Familie hin zu Einzelgästen und Gruppen. Neben der Selbstversorgung erleben nunmehr auch Jugendliche, Erwachsene, Senioren oder Menschen mit Behinderungen entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten und das Angebot der Vollverpflegung durch die hauseigene Küche.

Die Übernachtungszahlen steigen jährlich auf über 5.000 und auch bis heute zählt Sankt Ursula Naundorf zu den gefragtesten Unterkünften in der Region.

2008 und 2025

Bischof Joachim Reinelt segnet 2008 den gotischen Flügelaltar, der nunmehr den Betenden und der katholischen Gemeinde Orientierung gibt. Vorerst als Leihgabe der Pfarrei Wechselburg beherbergt, erfolgt 2025 der Erwerb durch das Bistum und der Übergang in seinen Besitz. Der 50. Bischoff des Bistums, Heinrich Timmerevers, bestätigt dies in einem festlichen Akt im Oktober desselben Jahres. 

Dem Festvortrag entnehmen die Zuhörer die mögliche Geschichte des Altarretabels. In seinem Zentrum steht Anna selbstdritt und zeugt von der tiefen Verehrung der Mütter Jesu in Mutter Maria und Großmutter Anna. Ein spiritueller Kreis schließt sich zu dem ehrwürdigen Wirken der Marienschwestern seit über 70 Jahren.

75 Jahre

2026 endet die segensreiche Arbeit und die Präsenz der Marienschwestern vor Ort.

Der feierliche Akt mit einem Festgottesdienst unter Bischoff em. Joachim Reinelt füllt die Kapelle mit Würdeträgern und Verantwortlichen, mit Freunden und langjährigen Gästen, mit Vertretern der Gemeinde und Vereine neben ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus.

Darin wird Schwester M. Josefa als letzte Schwester von Sankt Ursula Naundorf nach ihrem 4 jährigen Dienst mit herzlichem Dank und Wunsch im gemeinsamen Vertrauen um die Zukunft verabschiedet.

zur Pressemitteilung


Wir feiern am 1. Mai 2026 unser 75 jähriges Jubiläum!

Unsere Gäste, Partner und Freunde sind und werden herzlich eingeladen!

Zeitleiste

Namensgebung von Sankt Ursula Naundorf

1955 Mütter- und Familienerholung
1959 Müttererholungsheim
1984 Caritasheim
2003 Familienferienstätte

Seelsorger

1984 bis 1994 Rat Steiner, 1995 bis 2004 Pfarrer Pöschl, ab 2006 Pfarrer Wanzek, es folgen Pfarrer Gemende und Pfarrer Behrens

Hausleiterinnen unter den Marienschwestern bis 2022

1955 S.M. Ignata und S.M. Burkwalda, 1967 S.M. Engelfiede, 1971 S.M. Birgitte, 1977 S.M. Hedeborg, 1980 S.M. Angele, 1988 S.M. Siegburgis, 1995 S.M. Magdalena, 2001 S.M. Antonia, 2022 S.M. Josefa


Quelle: Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen e.V. (2011): "In Liebe dienen. 60 Jahre Familienferienstätte St. Ursula Naundorf." Dresden: Lißner-Druck.

 

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